
Albanien
Saranda
Meine Heimat am Ionischen Meer

Olesja Dervishi
olesja@reise-genie.deSaranda ist für mich nicht einfach ein Reiseziel – es ist meine Heimat. Jedes Mal, wenn ich zurückkomme und das tiefblaue Ionische Meer sehe, habe ich sofort das Gefühl, angekommen zu sein. Viele vergleichen die Landschaft mit Griechenland oder Kroatien. Für mich ist sie einzigartig. Vielleicht bin ich nicht ganz objektiv – aber ich finde, dass Saranda zu den schönsten Orten am Mittelmeer gehört.
Das Meer – jeden Tag eine andere Farbe
Das Faszinierende an Saranda ist das Meer. Je nach Sonnenstand schimmert es mal türkis, mal dunkelblau oder fast smaragdgrün. Rund um die Stadt gibt es unzählige Badebuchten.
Natürlich kennen viele Besucher Ksamil, aber auch Kakome oder Qeparo gehören für mich zu den schönsten Orten der Albanischen Riviera. Wer etwas mehr Ruhe sucht, findet zwischen Saranda und diesen Orten immer wieder kleine Buchten, in denen selbst im Sommer überraschend wenig los ist.
Ein kleiner Geheimtipp für Fischliebhaber
Wenn ihr von Saranda Richtung Ksamil fahrt, achtet auf die erste Abzweigung rechts. Dort liegt ein kleiner Fischerhafen, den viele Urlauber einfach übersehen.
Jeden Morgen legen dort die Fischer mit ihrem Fang an. Wer früh genug kommt, kann frischen Fisch oder Meeresfrüchte direkt vom Boot kaufen – frischer geht es wirklich nicht. Für mich gehört das zu den Erlebnissen, die einen Urlaub authentisch machen und die man in keinem Reiseführer findet.
Probiert unbedingt das lokale Gemüse
Viele denken bei Albanien zuerst an Fisch. Ich würde aber genauso das Obst und Gemüse empfehlen. Durch die vielen Sonnenstunden und das mediterrane Klima schmecken Tomaten, Gurken, Paprika oder Wassermelonen einfach intensiver als vieles, was man aus Mitteleuropa kennt. Oft braucht es nur etwas Olivenöl, Salz und frisches Brot – mehr nicht.
Wo ich selbst essen gehe
Wenn mich Freunde fragen, wo sie essen sollen, empfehle ich fast immer dieselben zwei Restaurants: Taverna Filipi und Taverna Peshkatari.
Beide gibt es schon seit vielen Jahren. Sie sind keine Luxusrestaurants mit Designmöbeln oder Instagram-Dekoration – und genau das macht sie für mich aus. Hier kommt es auf das Essen an: frischer Fisch, ehrliche albanische Küche und faire Preise. Im August solltet ihr allerdings reservieren oder das Essen mitnehmen. Gerade am Abend ist es oft schwierig, spontan einen freien Tisch zu bekommen.
Meine persönliche Lieblingsspezialität
Wenn ich an Saranda denke, denke ich sofort an Muscheln. Als Kind habe ich sie oft ganz frisch gegessen – direkt nach dem Kauf von Einheimischen, die sie in mit Meerwasser gefüllten Cola-Flaschen verkauft haben. Ja, wirklich. Und ehrlich gesagt, mache ich das heute noch, wenn ich zu Hause bin.
Wer sie lieber gekocht probieren möchte, sollte unbedingt im Mussel House essen. Dort werden während der Saison täglich frische Muscheln geliefert und man schmeckt den Unterschied.
Mehr als Sonne und Strand
Viele unterschätzen Saranda, weil sie nur an Badeurlaub denken. Dabei hat die Stadt alles, was man für einen gelungenen Urlaub braucht.
Abends schlendere ich am liebsten über die Promenade. Dort treffen sich Familien, Freunde und Urlauber, Kinder spielen, Straßenmusiker sorgen für Stimmung und überall riecht es nach gegrilltem Fisch oder frischem Kaffee.
Wer das Nachtleben sucht, wird ebenfalls fündig. Clubs wie Mango Beach oder Orange Club gehören seit Jahren zu den bekanntesten Adressen der Region.
Auch Familien kommen auf ihre Kosten – mit Spielplätzen, kleinen Attraktionen und einer entspannten Atmosphäre direkt am Wasser.
Und falls jemand keinen Fisch mag: Kein Problem. Saranda hat inzwischen auch viele hervorragende Restaurants mit hochwertigem Fleisch, traditionellen albanischen Spezialitäten und internationaler Küche.
Wann lohnt sich eine Reise?
Wenn ihr mich fragt, dann ganz klar: Juni oder September.
Mit Temperaturen zwischen etwa 25 und 30 Grad ist es warm genug zum Baden, aber deutlich angenehmer als im Hochsommer. Die Straßen sind entspannter, die Strände weniger voll und die Einheimischen haben wieder etwas mehr Zeit für Gespräche.
Mein Fazit
Über Saranda könnte ich wahrscheinlich stundenlang erzählen. Vielleicht liegt das daran, dass es meine Heimat ist.
Natürlich liebe ich das Meer und die Strände. Aber was Saranda für mich wirklich besonders macht, sind die Menschen, die Herzlichkeit und die kleinen Momente: morgens frischen Fisch direkt vom Fischer kaufen, den Geschmack einer sonnengereiften Tomate, ein langer Abendspaziergang an der Promenade oder ein Teller Muscheln mit Blick aufs Meer.
Genau deshalb wünsche ich jedem Besucher, Saranda nicht nur als Badeort zu sehen. Nehmt euch Zeit, sprecht mit den Einheimischen, probiert die regionale Küche und entdeckt die kleinen Orte abseits der bekannten Strände. Erst dann versteht man, warum ich immer wieder so gerne nach Hause komme.
































